Reiter trainierten diesmal ohne Pferd

Sehr lobenswert, aber weniger effektiv sei die Tatsache, dass viele Reiter eine Menge Geld und Zeit in das Wohlbefinden ihrer Pferde stecken, jedoch selten einen Gedanken bzw. einen Euro in die eigene Gesundheit investieren, so Sportwissenschaftler JP Hagenauer zu Beginn der Veranstaltung.

 

„Fit aufs Pferd“ war das Thema des HCCG-Seminars am Samstag, 02. August 2014 auf Rittergut Osthoff in Georgsmarienhütte. Gut 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbrachten den Tag nicht etwa auf Turnierplätzen oder erholsam im heimischen Garten, sondern Sie trainierten ihre reiterliche Fitness beim Horse Competence Center Germany.

 

Geschwitzt wurde nicht nur aufgrund des herrlichen Wetters. Jan Peer „JP“ Hagenauer, persönlicher Fitnesstrainer diverser namenhafter Profireiter, brachte die Seminarteilnehmer ordentlich auf Trab.

 

Nach einer theoretischen Einführung in die Grundlagen der menschlichen Anatomie und mit dem Wissen über den Sinn und Zweck des „Funktionellen Trainings“ speziell für Reiter, strotzten die Teilnehmer vor Motivation. Die darauf folgenden reitsportspezifischen Übungen bewältigten die vorbildlichen Seminargäste mit voller Ernsthaftigkeit. JP legte hierbei besonderen Wert auf das ganzheitliche Training, immer mit einem reellen Bezug zum (reiterlichen) Alltag.

 

Ein wenig entspannter für den Körper, nun aber anspruchsvoller für den Geist folgte nach der Mittagspause die mentale Einheit mit der promovierten Hippologin, Dressurausbilderin und Mental-Trainerin Frau Dr. Tuuli Tietze. Hierbei standen sanftes und bewusstes Reiten im Vordergrund. Durch mentale Übungen lernten die Teilnehmer, durch welche Methoden sie den eigenen Gefühlszustand steuern können und wie sich dies auf den Reiter-Sitz und damit auf die Kommunikation mit dem Pferd auswirkt.

 

Als Tages-Highlight kam zum Schluss noch „ReSi“, die Reitnudel zum Einsatz. Mit Hilfe von ReSi (Abk.: Reiten am Sitz) konnten die Teilnehmer schließlich die Korrektheit der eigenen Reiterhilfen erfühlen und verstehen. ReSi simuliert dabei, als Poolnudel-ähnliches Instrument, die Längsachse des Pferdes und biegt und bewegt sich dabei je nach Sitz und Beckenbewegung ihres „Reiters“.

 

Entspannte und erschöpfte aber gleichzeitig gut gelaunte und zufriedene Teilnehmer verließen nach dem fünfstündigen Seminar das Gestütsgelände. Um die reitsportspezifischen Übungen auch zu Hause oder in der Reithalle weiterzuführen, muss nur noch der eigene Schweinehund überwunden werden. Aber das dürfte nun sicherlich kein Problem mehr darstellen, denn das Thema „Motivation“ war ja schließlich auch ein Thema des HCCG-Seminars.

 

Text + Foto: HCCG