Feodora triumphiert im Henkel

Preis der Diana vor 18.300 Zuschauern in Düsseldorf

 

Es ist eine Geschichte wie aus einem Märchen: Im bedeutendsten Stuten-Rennen aller Zeiten, der wertvollsten Prüfung, die je auf der Galopprennbahn in Düsseldorf ausgetragen wurde, landete die dreijährige Pferdedame Feodora beim siebten Start ihren ersten Sieg – im 156. Henkel – Preis der Diana (Gruppe I, 500.000 Euro, 2.200 m) am Sonntag vor 18.300 Zuschauern siegte die 269:10-Außenseitern aus dem Gestüt Etzean der Familie Weil-Daßbach im Odenwald.

 

Erstklassige Leistungen hatte die Tochter des ebenfalls in der Galopper-Champions League erfolgreichen Deckhengstes Lord of England zwar schon im vergangenen Jahr gezeigt, doch einen Volltreffer hatten ihr nur wenige zugetraut. Zumal Feodora noch einen Trainerwechsel hinter sich hatte: „Erst am Samstag vor einer Woche kam sie zu mir in den Stall“, sagte Andreas Wöhler, der Erfolgscoach aus Spexard bei Gütersloh (zuvor war sie bei Regine Weißmeier in Frankfurt beheimatet gewesen). Für ihre frühere Trainerin hatte Feodora im Prix de Diane in Paris-Chantilly keine Rolle gespielt, doch im Deutschen Stuten-Derby, dem Pendant in Düsseldorf, präsentierte sie sich in sensationeller Verfassung.

 

Quelle: Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V.

 

Foto: Marc Ruehl

Feodora gewinnt das Stuten-Derby für das Gestüt Etzean

„Sie war trotz des Stallwechsels kaum aus der Ruhe zu bringen und hatte am Dienstag eine sehr gute Schlussarbeit hingelegt. Das ist schon toll, wenn eine Stute das alles so problemlos hinter sich bringt“, berichtete Wöhler.

 

Engagiert hatte der Coach, der seinen zweiten Diana-Sieg feierte, den italienischen Jockey Mirco Demuro. Und dieser machte seine Sache ausgezeichnet, schlüpfte im 12er-Feld auf den letzten 200 Metern von weit hinten an der Innenseite durch und kam noch sicher zum Zuge. „Wir hatten ein optimales Rennen. Die Stute hat toll angezogen, und der Trainer hat einen Riesen-Job gemacht. Ich bin total happy.“

 

Besitzerin Christiane Weil-Daßbach vergoss Freudentränen: „Im Prix de Diane war der Boden für sie zu hart, als sie Zehnte war. Sie hatte nicht so gut überwintert, hatte lange Zeit Winterfell, doch jetzt war sie voll da“, erklärte die überglückliche Eignerin.

 

Hinter Feodora sah Diamond Dove lange wie die Siegerin aus. Sie lief beim ersten Mal auf dieser Distanz sehr gut. Unsere Form steht weiterhin“, freute sich Trainer Andreas Löwe. Bei ihrem Angriff wich sie allerdings extrem in die Spur der gerade angreifenden Favoritin Wunder, die völlig aus dem Takt kam und als Fünfte klar unter Wert geschlagen war. „Es ist bitter, wenn das in so einem Rennen passiert. Unsere Stute kam völlig aus dem Schwung. Sie wäre mindestens Zweite geworden“, gab Trainer Markus Klug zu Protokoll. Der Gewinnausgleich von 3.000 Euro vonDiamond Doves Besitzern zugunsten der Eigner von Wunder waren eine logische Konsequenz. Die Görlsdorferin war der ganz große Pechvogel dieser Prüfung.

 

Zwei Plätze vor ihr kam als Dritte die lange führende Longina ein, die sich von der Spitze aus bestens verkaufte. „Sie lief ein gutes Rennen. Von meiner anderen Starterin Ninas Terz kam leider schon am Berg nicht mehr viel“, erläuterte Trainer Peter Schiergen. Dicht lief als Vierte nochLacy heran. Von Ajaxana ging aus bester Lage bald keine Gefahr mehr aus. Gefeiert wurde in erster Linie im Team von Feodora, die das Publikum an einem der am bestbesuchten Renntage in Düsseldorf aller Zeiten in ihren Bann zog.

 

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