Hendrik Dowe war schon wieder nicht zu schlagen

Im Finalspringen der Medium Tour, dem ersten großen Höhepunkt am Samstagabend, zog nach einem kräftezehrenden, 1,40 Meter hohen Grundumlauf genau ein Dutzend in die Entscheidung ein. Sie alle konnten die aufgebauten Hürden von Parcoursdesigner Hubert Kuttelwascher lösen und wurden beim Flug über die Schlusslinie mit einem lautstarken Jingle belohnt.

 

In der Entscheidung, die geprägt war von weiten Galoppstrecken, wo man ordentlich Zeit gutmachen konnte, hatte es lange nach einem Sieg von Sencer Can ausgesehen. Im Sattel seines grundschnellen „AB 19 Jilet“ ritt der Nationenpreisreiter aus der Türkei als zweiter Stechteilnehmer mit viel Tempo los, verlor aber niemals die Übersicht, sodass ihm in astreinen 49,28 Sekunden der erste Zwischenrang sicher war. Letzte Woche gab es für das Duo hinter Giampiero Garofalo den zweiten Platz – sollte es diesmal für den Sieg reichen?

 

Ein Wörtchen mitzureden hatte da Sándor Szász, der nach vielen Vierfehlerpunkteritten als drittletzter Stechreiter den Führungswechsel ansagte. Der Ungar setzte auf die flinke „FBW Celeste Chocolate“, eine elfjährige Candillo-Tochter, und erntete für seinen waghalsigen Ritt lautstarken Applaus von den Zuschauerrängen. Gnadenlos war er auf den Schlussoxer durchgezogen und nach einem weiten Satz hatte er die Spitzenzeit von 48,31 Sekunden in der Tasche, durfte sich aber nicht zu früh über den Finalsieg freuen. Denn Schlussreiter Hendrik Dowe zeigte sich einmal mehr an diesem Wochenende in Siegerlaune. Begonnen hatte er mit seinem Holsteiner „Deauville S“ flüssig, wählte das Tempo aber noch nicht zu unbedacht. Quer über den Platz hörte man schon seine Anhänger zurufen und so legte er in der zweiten Parcourshälfte mit mehr Speed los. Nachdem er die Kombination vollkommen schräg angeritten war und ein Raunen durch die Menge ging, folgte ein erleichterndes Aufatmen – die Stangen blieben oben. Nun hieß es noch einmal Gas geben auf der Schlusslinie und in beachtlichen 47,72 Sekunden wurde er mit dem Finalsieg in der Medium Tour belohnt. Nun steht das BBQ an, das man sich mit dem nächsten Wochenendhighlight schmecken lassen konnte: Ab 21:30 Uhr ist nämlich das Premium Tour Finale angesetzt, wo die Arrivierten bei imposanter Kulisse im Flutlicht um Sieg oder Niederlage fighten.

 

Quelle: Mag. Theresa Deisl

Foto: © Sibil Slejko


Svitlana Vinnichenkos Doppelsieg läutete den Samstag ein

 

Besser hätte der Samstag für Svitlana Vinnichenko nicht starten können: Nachdem sie mit „Flirt“, einem Nachkommen des Lido, und dem einzigen Doppelnuller die Führung in der Kleinen Elite Tour, einem Zweiphasenspringen über 1,10 Meter, übernahm, gelang ihr auf „Lovely Orsza S“ eine fulminante Runde, die sogar noch schneller und die Bestzeit gewesen wäre. Leider kassierte sie aber am letzen Hindernis einen Flüchtigkeitsfehler, der ihr dennoch den zweiten Rang einbrachte (4/34,44 Sekunden).

 

Die siegreiche Zeit von fehlerfreien 34,67 Sekunden unterboten hätte die letztwöchige Siegerin Nikoletta Juhász. Die couragierte Ungarin griff mit ihrem „Amigo CS“ an, leider wurde ihnen aber die Kombination in Phase zwei zum Verhängnis und vier Strafpunkte in 34,66 Sekunden bedeuteten schlussendlich hinter der Doppelsiegerin Rang drei. Die Plätze vier und fünf waren fest in heimischer Hand. Hier konnten sich Andreas und Dominik Wessely wie schon im Opening mit ihren Pferden „Fly Over PZW“ und „Novum auszeichnen.

 

Szabolcs Krucsó & „Georgie´s London“ verteidigten ihren Finalsieg

 

Absolut talentiert, geschickt an den Hindernissen und mit einem bemerkenswerten Wesen ausgestattet. Diesen Attributen wurde im Rahmen der Youngster Tour „Georgie´s London“ gerecht. Jener erst fünfjährige Sohn nach Lordanos und Landor S zeichnete sich bereits in der letzten Woche mit einem Finalsieg aus und stand in der heutigen finalen Prüfung abermals on Top. Perfekt vorgestellt vom ungarischen Stilisten Szabolcs Krucsó lief der Fuchswallach zur Höchstform auf und blieb in den insgesamt acht gestarteten Bewerben sage und schreibe sieben Mal fehlerfrei. Hinter dem Spitzenergebnis von siegreichen 37,62 Sekunden reihte sich Nuri Dijks am zweiten Rang. Der Niederländer sattelte „Carlitho 2“, einen in Zangersheide gezogenen Nachkommen des Calvados Z und Air Jordan Z, und flog im Stechen in 37,70 Sekunden über die Ziellinie. Dritter wurde Kamil Papousek, der seinen schicken Toulon-Hengst „El Dorado“ vorstellte. Die beiden meisterten sowohl den selektiv gestellten Grundparcours – hier mussten die Nachwuchscracks technische Hürden wie die Folge von der Triple-Barre weg auf Oxer-Steil-Kombination oder die dreifache Kombination, die über eine 90-Grad-Wendung anzureiten war, lösen – als auch das einmalige Stechen fehlerfrei und das in 38,35 Sekunden noch dazu irre schnell.

 

Der Tschechische Bundeschampion „Flying“ gewann bei den Sechsjährigen

 

Eine Talentprobe mussten anschließend die sechsjährigen Youngsters in ihrem 1,30 Meter hohen Finale ablegen. Der Kurs beinhaltete sämtliche kritische Aufgaben und darüber hinaus waren die Hürden allesamt auf Endmaß aufgebaut, sodass nach dem Umlauf lediglich die sechs besten Teilnehmer in die Entscheidung einzogen. Mit dabei war die Siegerin von letzter Woche, Amber Fijen, Deutschlands Top-Reiter Jörg Oppermann sowie Kamil Papousek und Szabolcs Krucsó mit jeweils zwei Pferden. Man hatte nicht schlecht gestaunt als der Ungar bis zuletzt die Doppelführung übernehmen konnte. Zuerst gelang ihm auf dem sprunggewaltigen Lapollo-Sohn „Global Loveaffair“ eine Spitzenrunde in brillant gerittenen und frech angelegten 45,42 Sekunden und dann konnte er seine Richtmarke mit „Global Nautica“ von Numero Uno sogar noch überbieten und lag mit 44,52 Sekunden doppelt on Top. Und das war insgeheim auch ein rot-weiß-roter Erfolg, denn diese beiden aufstrebenden Nachwuchscracks, die bereits vergangenes Wochenende mit den Finalplatzierungen am dritten und vierten Rang auftrumpften, zählen zu den Zuchtprodukten von Veranstalter Michael Steinbrecher, der seit Jahren schon ein beneidenswertes Händchen für Sportpferde beweist. Man hätte dem Ungarn wahrlich den doppelten Triumph gegönnt – zumal er ja schon bei den fünfjährigen Youngsters verdient an der Spitze stand. Aber die Rechnung durfte nicht ohne den Schlussreiter Kamil Papousek gemacht werden: Er sattelte den amtierenden tschechischen Bundeschampion „Flying“, der seinem Namen wahrlich gerecht wurde. Der Wallach nach Sanvaro (v. Sandro Boy x Calvaro Z x Quick Star) strotzte vor Sprungkraft und Pepp an den Hindernissen, machte mit seinem mächtigen Galopp ordentlich Zeit gut und sicherte sich in überragenden 42,73 Sekunden den Finalsieg.

 

Kamil Papousek sattelte mit „Lansink Z“ auch den Finalsieger der siebenjährigen Pferde Nachdem der Grundparcours der siebenjährigen Nachwuchscracks auf 1,40 Meter erhöht wurde und die Anforderungen dementsprechend wuchsen, reduzierte sich das Teilnehmerfeld auf fünf für das Stechen qualifizierte Teilnehmer. Mit Startnummer eins lieferte Kamil Papousek auf „Lansink Z“, einem Sohn des Lawito und Lando, eine unschlagbare Performance ab, die in 42,92 Sekunden für den Triumph reichen sollte. Da mussten sich auch die letztwöchigen finalen Sieger, Riccardo Martinengo Marquet und sein „Lemato Price“, geschlagen geben. Als Schlusspaar hätten sie nochmals ordentlich Gas gegeben, landeten aber in 43,52 Sekunden am zweiten Rang. Dritte wurde eine überglückliche Mariann Hugyecz, die mit „Cristo“ doppelnull blieb. In cool gerittenen 50,81 Sekunden pilotierte die Ungarin ihren Cristo x Stakatto-Nachkommen aufs Siegespodest.

 

Heute hat es für den Finalsieg gereicht. Maxi Schmid revanchierte sich in der Premium Tour Eine unvergleichliche Stimmung gab es wieder im nächtlichen Flutlichtspringen, wo die Arrivierten der Premium Tour um ihre Finalprüfung ritten. Insgesamt neun ReiterInnen waren für das Stechen qualifiziert, die das aufgeheizte Publikum lautstark anfeuerte und sprichwörtlich über den verkürzten Parcours trug. Am besten gewirkt hatten die lautstarken Zurufe bei Maximilian Schmid, der sich als Schlussreiter zum strahlenden Sieger kürte. Der Deutsche konnte dabei voll und ganz auf seinen „Lords Guy“ vertrauen, der sich im Rahmen der ersten beiden Summer Circuit-Wochen zum absoluten Abräumer mauserte und mit seinen fehlerfreien Runden ausschließlich am Podest klassiert war. Auf den hinteren Plätzen reihte sich zum einen Sencer Can mit „Ballistic“ und zum anderen Jörg Oppermann, der als erster Stechreiter fulminant die Entscheidung eröffnete.

 

Quelle: Mag. Theresa Deisl

 

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