Mathias Alexander Rath und Totilas auf Überholspur

Nach ihrer zweijährigen Turnierabstinenz hat das Paar mit seiner Rückkehr auf dem internationalen Parkett jede angetretene Prüfung gewonnen. Man muss anerkennend zugeben, dass sie sich mit jedem Auftritt steigerten. Heute konnte Mathias Alexander Rath, mit seinem nun wieder zu Recht bezeichneten "Wunderhengst" Totilas den Grand Prix Spezial mit 84,529 % gewinnen.

 

Es gibt immer Kritiker, sicher auch Neider, aber wer dieses Paar heute Live sah, dem ist die unglaubliche Aura des Hengstes, der mit einer ruhigen Schweifhaltung und sichtbarem Spaß an der Bewegung durch das Viereck tanzte mit seinem mittlerweile ebenfalls entspannten Reiter, sicherlich nicht entgangen. Eine fehlerfreie Vorstellung mit atemberaubenden Höhepunkten wie die Piaffen, die Passagen und die Übergänge sowie tollen Pirouetten. Sicher ist die größte Stärke des Hengstes nicht die Trabverstärkung aber hier bekommt er fairerweise auch keine Höchstnoten. Wenn es auf diesem Niveau überhaupt etwas anzumerken gibt, dann wünschte man sich vielleicht hier und da mehr Zug an die Hand nach vorne, z.b. im starken Schritt, und weniger Schwanken in den 2-er Wechseln. Das Aachener Publikum tobte vor Begeisterung und Mathias Alexander Rath und sein Hengst verließen ebenfalls jubelnd am hingegebenen Zügel das Deutsche Bank Stadion.

 

Der zweite Platz ging an das bis gestern als unschlagbar geglaubte Paar Charlotte Dujardin und Valegro mit 83,157 %. Gestern im Grand Prix lief bis zur Galopptour alles noch wie immer auf höchstem Niveau mit einer Durchschnittsnote von 87 %. In der Galopptour geschah dann, was niemand dem Paar zutraute: Ein Fehler reihte sich an den nächsten. Heute hatten sich die Beiden wieder gefasst. Sie zeigten traumhafte Trabverstärkungen, super fließende Traversalen und zeigten fast wieder die gewohnte Harmonie. Fehler unterliefen den Weltranglistenersten in den geforderten Wechsel-Touren von Sprung zu Sprung und leichte Taktverluste in einem Übergang von der Piaffe zur Passage.

 

Helen Langehanenberg und Damon Hill landeten mit 82,078 % auf dem 3. Platz. Nach einem Taktfehler in der ersten Trabverstärkung zeigte Helen Langehanenberg ihre mentale Stärke und ritt den Rest der Prüfung sicher nach Hause.

 

Das erste Mal gab es heute in einem Grand Prix Spezial viermal eine Wertnote über 80 %. Diese erhielt Isabell Werth auf der jüngsten erst 10-jährigen Teilnehmerin des Starterfeldes Bella Rose. Isabell Werth hatte den undankbaren letzten Startplatz hinter Totilas, schaffte es aber dennoch das Publikum zu standing ovations hinzureißen. Bella zeigte eine unglaubliche Bewegungsdynamik, tolle ausdrucksstarke Traversalen super Piaffen, Passagen und Übergänge sowie eine feine Anlehnung. Kleinigkeiten und ein Fehler in den 2-er Wechseln minderten die Wertnote des Paares.

 

Auf die Frage eines Fernsehreporters, ob Bella Rose das Pferd sei, mit dem sie die Weltspitze ablöst, wenn diese in Rente gehen antwortete Isabell Werth sofort: "Nein, die will ich noch schlagen, solange sie noch da sind".

 

Die Schwedin Tinne Vilhelmson Silfven mit Don Auriello erreichten Rang 5 mit 79,039 %, gefolgt von Kristina Sprehe auf Desperados (77,765 %).

 

Adelinde Cornelissen und Parzival hatten einen Totalausfall in der ersten Piaffe und damit auch im Übergang in die Passage daher konnte das Paar nicht an seine Leistung vom Donnerstag anknüpfen. Sie erhielten 76,216 % und landeten auf Platz sieben.

 

Quelle: cj by kj-images | Foto: www.kj-images.com