CHIO Aachen: Überraschung beim Voltigieren, Deutschland II schlägt die Favoriten

Große Überraschung im ersten Nationenpreis des CHIO Aachen, dem Preis der Sparkasse: Bei den Voltigierern sicherte sich Deutschland II den Sieg vor der favorisierten Equipe Deutschland I. Damit dürfen sich der Voltigierverein Köln-Dünnwald mit Holiday on Ice, Viktor Brüsewitz und Highlander sowie Corinna Knauf mit Fabiola in die Siegerlisten anno 2014 eintragen.

 

Wenn die Favoriten patzen und die Verfolger Bestleistungen bieten, ist im deutschen Voltigiersport alles möglich. Sowohl das Team Neuss-Grimlinghausen als auch Erik Oese, die beide den regulären Wettbewerb des CHIO für sich entscheiden konnten, hatten im abschließenden Nationenpreis nicht den besten Tag erwischt. Dafür überzeugten Viktor Brüsewitz und das Team Köln-Dünnwald auf ganzer Linie und freuten sich über den Sieg. „Sport ist immer das, was an diesem Tag passiert. Die Voltigierer der zweiten Mannschaft haben richtig reingehauen und verdient gewonnen. Ich freue mich für sie“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge nach einem Wettbewerb, der von Anfang bis Ende vom frenetischen Jubel der Fans in der ausverkauften Albert-Vahle-Halle begleitet wurde. 25,586 Punkte verbuchte die Reserve der Bundesrepublik. Die erste Garde der Gastgeber, bestehend aus Neuss, Oese und der Hamburgerin Kristina Boe, kam auf 24,84 Zähler. Die Vereinigten Staaten von Amerika – vertreten durch Kristian Roberts, Mary McCormick und das kalifornische Team Woodside – verbuchten 23,712 Punkte und kamen damit auf Rang drei.

 

Quelle: Niels Knippertz | Foto: CHIO Aachen/ Daniel Kaiser

Torben Jacobs und die „ausgeliehene“ Leonie Falkenberg aus dem siegreichen Team

Die Neusser, die Aachen mittlerweile schon als ihr „Wohnzimmer“ betrachten, standen im Nationenpreis erstmals seit 2010 nicht auf dem obersten Podest. Damals hatte sich Frankreich den Sieg gesichert. Diesmal schoben sich die Kollegen aus dem Rheinland vor die amtierenden Europameister. „Wir hatten gleich zu Beginn der Kür eine Unstimmigkeit, von der sich unser Pferd Delia etwas aus der Ruhe bringen ließ. Wir kamen zwar anschließend wieder ganz gut in unser Programm und haben uns durchgekämpft, aber es war leider nicht der Genuss, den der CHIO in den letzten Jahren für uns war“, kommentierte Schmitz.

 

Ganz anders bei den Landesverbandskollegen aus Köln-Dünnwald. Die Mannschaft um Longenführerin Alexandra Knauf zeigte auf dem zehnjährigen Holiday On Ice eine nahezu fehlerfreie Kür. Die Sensation dabei: Die „Fliegerin“ Leonie Falkenberg, die die höchste Position der Choreografie übernimmt, ist eigentlich eine Neusserin. Die Elfjährige war erst am Donnerstag in der Mannschaft eingesprungen, nachdem sich Teammitglied Jonna Hohbach im CHIO-Abschlusstraining verletzt hatte und ausfiel. Patric Looser, der Chef der Kölner, rief kurzerhand bei Jessica Schmitz an, die der Konkurrenz ihre Ersatzstarterin für den CHIO auslieh. „Es wäre ja schade, wenn nicht zwei deutsche Teams starten könnten“, sagte sie. Nach einigen Einheiten auf dem Holzpferd und nur einem Training (!) auf dem galoppierenden Vierbeiner funktionierten die akrobatisch anspruchsvollen Elemente im Wettkampf schließlich beinahe ohne Fehler. „Es war fast perfekt, riesen Kompliment an Leonie und natürlich einen riesigen Dank an Neuss“, sagte Patric Looser.

 

Eine weitere Entscheidung des CHIO-Sonntags fiel im Pas-de-Deux. Dort bauten die Führenden nach dem ersten Durchgang, Theresa Thiel und Stefan Csandl aus Österreich, ihren Vorsprung weiter aus. Auch der zweite Umlauf ging an die Wiener, die mit Jarl und Lasse Kristensen an der Longe mit 8,555 Punkten triumphierten und die Favoriten und Vorjahressieger Joanne und Hannah Eccles mit WH Bentley (Longe: John Eccles) auf Rang zwei verwiesen (8,407). Traurig für die CHIO-Sieger: Bei den Weltreiterspielen in der Normandie werden sie nicht starten dürfen, weil sie in der Saison während der Qualifikationsturniere im nationalen Wettstreit nur auf dem dritten Platz rangierten und zwei andere Duos die rot-weiß-roten Farben auf dem Championat vertreten dürfen. Rang drei ging nach Deutschland: Pia Engelberty und Torben Jacobs schoben sich mit der zweitbesten Tagesleistung auf Danny Boy, longiert von Patric Looser, noch vom vierten auf den zweiten Platz (8,052) vor.

 

Den Kürwettbewerb für alle Mannschaften, die nicht am Nationenpreis teilnahmen, sicherte sich am Vormittag die dänische Mannschaft Voltigeklubben Thommysminde mit Goerklintgaards Donau und Betina Gaardsmand Nielsen an der Longe vor dem italienischen Team Cim und den Schweden vom Svea Vaulting Team.

 

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