Traurige Siegerehrung in Luhmühlen

Prüfung nach tödlichem Unfall fortgesetzt / Kein deutscher Meistertitel vergeben

 

Luhmühlen (fn-press). Überschattet vom tödlichen Unfall Benjamin Winters ging heute das internationale Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen zu Ende. Der 25-jährige zweimalige Europameisterschaftsteilnehmer war am Samstag im Krankenhaus den Folgen eines schweren Sturzes erlegen.

 

Vor den beiden abschließenden Springprüfungen gedachten Veranstalter, Offizielle, Reiter und Zuschauer in einer ergreifenden Zeremonie und einer Schweigeminute des Verstorbenen. Bundestrainer Chris Bartle beschrieb Benjamin Winter als großes Talent, den „Traum jeden Trainers“, und jemanden, „mit dem man Spaß haben konnte“. Er erinnerte an die „Bilderbuchrunde“, die er noch am Samstagmorgen mit seinem ersten Pferd Wild Thing Z im Gelände gezeigt habe und wie glücklich er über diesen Ritt gewesen war. Auch sein zweiter Ritt hatte superb begonnen, bevor das Schicksal diesen abrupt beendete. „Er hat für die Pferde und den Sport gelebt“, fasste auch Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in seiner Rede zusammen.

 

Es war daher auch der ausdrückliche Wunsch der Familie von Benjamin Winter, dass das Turnier in Luhmühlen fortgesetzt wurde. Es war allerdings eine sehr stille Veranstaltung, ohne Musik und mit allen Flaggen auf Halbmast. Auf die Vergabe eines Deutschen Meisteritels wurde verzichtet. Als Gewinner der Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC3*) ging Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo mit einem Endstand von 32,4 Minuspunkten hervor. Nicht mehr am Start war die nach Dressur Führende Sandra Auffarth (Ganderkesee), die ihr Olympiapferd Ogun Louvo bereits am Vortag nach Bekanntwerden des Unfalltodes ihres langjährigen Perspektivgruppenkollegen vom Start zurückgezogen hatte. Auf dem zweiten Platz landete Ingrid Klimke (Münster) mit FRH Escada JS (34,29), den dritten Platz belegte Andreas Ostholt (Warendorf) mit Pennsylvania (41,0).

 

In der Vier-Sterne-Prüfung, zugleich die fünfte Station der FEI Classics-Serie 2013/2014, setzte sich der Neuseeländer Tim Price mit Wesko durch. Im Gelände war ihm fälschlicherweise eine Verweigerung angekreidet worden, was später jedoch korrigiert worden war. Mit einer Nullrunde und damit einen Endstand von 43,8 Minuspunkten im Springen brachte er Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb) um seinen zweiten Vier-Sterne-Sieg in Luhmühlen. Mit einem Abwurf am vorletzten Sprung kam Jung mit Nachwuchspferd fischerRocana FST auf 45,5 Minuspunkte und wurde Zweiter. Auf dem dritten Platz landete der US-Amerikaner Boyd Martin mit Shamwari (48,8). Als zweitbester Deutscher landete Andreas Ostholt mit So is et auf dem sechsten Rang (54,5), zwei Plätze vor Bettina Hoy (Warendorf), die mit Designer drei Abwürfe im Springen in Kauf nehmen musste (59,5).

 

Quelle: fn-press

 

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